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GOZ 8010
Registrieren der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers

Registrieren der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers, auch Stützstiftregistrierung, je Registrat

Arbeiten & Organisieren

GOZ 8010 Schnellcheck

Punktzahl:180
Faktoren:1,0 : 10,12 €2,3 : 23,28 €3,5 : 35,43 €
  • Abrechenbar
    • je Registrat
    • höchstens zweimal je Sitzung
    • mehrmals im Lauf der Behandlung
    • zur Diagnostik
    • neben FGP
    • für die Registrierung der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers
    • für eine Stützstiftregistrierung
    • für ein Zentrikregistrat
    • für ein Kontrollregistrat
    • für die elektronische Registrierung
    • auch ohne klinische Funktionsanalyse
  • Zum Leistungsinhalt gehörende Maßnahmen
    • Registrierung der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers, nicht jedoch die Herstellung eines laborgefertigten Registrierbehelfs (z. B. Zentrikplatte), Berechnung erfolgt gemäß § 9 GOZ
    • Stützstiftregistrierung
    • Zentrikregistrat
  • Nicht abrechenbar
    • für eine habituelle Bissnahme
    • mehr als zwei Registrate je Sitzung (Vereinbarung gemäß § 2)
  • Zusätzlich abrechenbar
    • GOZ 0010 (Eingehende Untersuchung)
    • GOZ 0040 (Heil- und Kostenplan Kfo oder FAL/FTL)
    • GOZ 0050 (Abformung oder Teilabformung eines Kiefers)
    • GOZ 0060 (Abformung beider Kiefer)
    • GOZ 0065 (Optisch-elektronische Abformung)
    • GOZ 4030 (Beseitigung von scharfen Zahnkanten)
    • GOZ 4040 (Beseitigung grober Vorkontakte)
    • GOZ 5170 (Abformung mit individuellem Löffel)
    • GOZ 8000 (Klinische Funktionsanalyse)
    • GOZ 8020 (Arbiträre Scharnierachsenbestimmung)
    • GOZ 8030 (Kinematische Scharnierachsenbestimmung)
    • GOZ 8035 (Kinematische Scharnierachsenbestimmung, elektronisch)
    • GOZ 8050 (Registrieren von Unterkieferbewegungen zur Einstellung in halbindividuellen Artikulatoren)
    • GOZ 8060 (Registrieren von Unterkieferbewegungen zur Einstellung voll adjustierbarer Artikulatoren)
    • GOZ 8065 (Registrieren von Unterkieferbewegungen, elektronisch)
    • GOZ 8080 (Diagnostische Maßnahmen an Modellen im Artikulator )
    • GOZ 8090 (Diagnostischer Aufbau von Funktionsflächen am natürlichen Gebiss)
    • GOZ 8100 (Systematische subtraktive Maßnahmen am natürlichen Gebiss, am festsitzenden und/oder herausnehmbaren Zahnersatz)
    • GOÄ 1 (Beratung)
    • GOÄ 5 (Symptombezogene Untersuchung)
    • GOÄ 6 (Untersuchung)
    • GOÄ 2181 (Lockerung, Streckung Kiefergelenk)
    • GOÄ 5000 ff. (Röntgen)
    • Kfo-Leistungen
    • Prothetische Leistungen, Kronen, Inlays
    • Schienentherapie
    • Versorgung mit Langzeitprovisorien
    • Material- und Laborkosten für die Bissnahme
    • Lieferung und Anbringung des Stützstiftbestecks
    • Kondylenpositionsanalyse gemäß § 6 Abs. 1 GOZ
Abrechenbar
  • je Registrat
  • höchstens zweimal je Sitzung
  • mehrmals im Lauf der Behandlung
  • zur Diagnostik
  • neben FGP
  • für die Registrierung der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers
  • für eine Stützstiftregistrierung
  • für ein Zentrikregistrat
  • für ein Kontrollregistrat
  • für die elektronische Registrierung
  • auch ohne klinische Funktionsanalyse
Zum Leistungsinhalt gehörende Maßnahmen
  • Registrierung der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers, nicht jedoch die Herstellung eines laborgefertigten Registrierbehelfs (z. B. Zentrikplatte), Berechnung erfolgt gemäß § 9 GOZ
  • Stützstiftregistrierung
  • Zentrikregistrat
Nicht abrechenbar
  • für eine habituelle Bissnahme
  • mehr als zwei Registrate je Sitzung (Vereinbarung gemäß § 2)
Zusätzlich abrechenbar
  • GOZ 0010 (Eingehende Untersuchung)
  • GOZ 0040 (Heil- und Kostenplan Kfo oder FAL/FTL)
  • GOZ 0050 (Abformung oder Teilabformung eines Kiefers)
  • GOZ 0060 (Abformung beider Kiefer)
  • GOZ 0065 (Optisch-elektronische Abformung)
  • GOZ 4030 (Beseitigung von scharfen Zahnkanten)
  • GOZ 4040 (Beseitigung grober Vorkontakte)
  • GOZ 5170 (Abformung mit individuellem Löffel)
  • GOZ 8000 (Klinische Funktionsanalyse)
  • GOZ 8020 (Arbiträre Scharnierachsenbestimmung)
  • GOZ 8030 (Kinematische Scharnierachsenbestimmung)
  • GOZ 8035 (Kinematische Scharnierachsenbestimmung, elektronisch)
  • GOZ 8050 (Registrieren von Unterkieferbewegungen zur Einstellung in halbindividuellen Artikulatoren)
  • GOZ 8060 (Registrieren von Unterkieferbewegungen zur Einstellung voll adjustierbarer Artikulatoren)
  • GOZ 8065 (Registrieren von Unterkieferbewegungen, elektronisch)
  • GOZ 8080 (Diagnostische Maßnahmen an Modellen im Artikulator )
  • GOZ 8090 (Diagnostischer Aufbau von Funktionsflächen am natürlichen Gebiss)
  • GOZ 8100 (Systematische subtraktive Maßnahmen am natürlichen Gebiss, am festsitzenden und/oder herausnehmbaren Zahnersatz)
  • GOÄ 1 (Beratung)
  • GOÄ 5 (Symptombezogene Untersuchung)
  • GOÄ 6 (Untersuchung)
  • GOÄ 2181 (Lockerung, Streckung Kiefergelenk)
  • GOÄ 5000 ff. (Röntgen)
  • Kfo-Leistungen
  • Prothetische Leistungen, Kronen, Inlays
  • Schienentherapie
  • Versorgung mit Langzeitprovisorien
  • Material- und Laborkosten für die Bissnahme
  • Lieferung und Anbringung des Stützstiftbestecks
  • Kondylenpositionsanalyse gemäß § 6 Abs. 1 GOZ
  • Abrechnungsbestimmung

    Die Leistung nach der Nummer GOZ 8010 ist je Sitzung höchstens zweimal berechnungsfähig. Neben der Leistung nach der Nummer 8010 sind die Material- und Laborkosten für die Bissnahme und die Lieferung und Anbringung des Stützstiftbestecks gesondert berechnungsfähig.

  • Dokumentation
    • Dokumentation über das Ergebnis der Registierung
  • Kommentare
    • Spitta Kommentar

      Die Leistung kann im Behandlungsverlauf mehrfach auch in kurzen zeitlichen Abständen indiziert sein, z. B.

      • zur Diagnostik
      • zur Vorbehandlung
      • zur Schienentherapie
      • zur prothetischen Behandlung

      Die Kondylenpositionsanalyse ist in der GOZ nicht enthalten und wird ggf. gemäß § 6 Abs. 1 GOZ berechnet.

      Die Begrenzung auf zweimal gilt pro Relationsfeststellung, z. B. für ein Registrat und ein Kontrollregistrat.

      Für jede erneute Registrierungssitzung ist die GOZ 8010 wieder 2 x berechnungsfähig.

      Leistungen nach GOZ 8010 ff. können auch ohne die Leistung nach der GOZ 8000 indiziert sein, z. B. bei intraoraler Stützstiftregistrierung, FGP-Technik oder für die schädelbezogene Montage der Modelle im Labor, aus Gründen der Qualitätssicherung, zur funktionsgerechten Okklusionsgestaltung und/oder zur Vermeidung von Funktionsstörungen.

      „Einfache“ Registrierungen, z. B. im Zusammenhang mit Diagnostik, Vorbehandlung, Schienentherapie usw. können innerhalb des vorgegebenen Gebührenrahmens möglich sein (beispielsweise Wachsregistrate beim Vollbezahnten ohne Muskelverspannungen).

      Die endgültige Registrierung der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers z. B. im Rahmen von Rehabilitation oder Einschleiftherapie ist eine sehr schwierige, aufwendige und verantwortungsvolle Leistung. Sie erfordert viel Erfahrung und absolute Sicherheit, da nachträgliche Korrekturen und Fehler irreversibel sind.

      Es ist kaum vorstellbar, dass innerhalb des Gebührenrahmens ein angemessenes Honorar für diese Leistungen bestimmt werden kann, insbesondere nicht, wenn noch zusätzliche Schwierigkeiten wie fehlende Stützzonen, Veränderung der Vertikaldimension oder Verspannungen usw. dazukommen.

      • Mögliche Gründe für eine Faktorerhöhung sind z. B.:
      • mehr als zwei Registrate
      • 2-phasige Registrierung mit Jig
      • fehlende Stützzone(n)
      • Verspannungen
      • Verlust der Vertikaldimension u. a.

      Die Montage des Gegenkiefermodells mithilfe von Registraten ist in der GOZ 2012 nicht mehr enthalten. Sie wird ggf. als Laborleistung berechnet.

      FAL-/FTL-Leistungen können ohne und neben der Versorgung mit Einlagefüllungen, Kronen oder ZE indiziert sein, durchgeführt und berechnet werden.

      Der Einschluss der Relationsbestimmung bei den GOZ 2150 - GOZ 2170, GOZ 2200 - GOZ 2220, GOZ 5000 - GOZ 5040 oder Bestimmung der Kieferrelation bei den GOZ 5200 - GOZ 5230 betrifft nur die habituelle Relation (z. B. maximale Interkuspidation oder einfache Bissnahme). Er beinhaltet keinesfalls das von der Indikation wie auch Durchführung völlig andersartige Registrieren der gelenkbezüglichen Zentrallage.

      Bereits 1990 hat das OVG Münster in einem Urteil entschieden, dass gnathologische Leistungen auch neben Zahnersatz beihilfefähig sind, wenn sie medizinisch indiziert sind. Die Indikation bestimmt der behandelnde Zahnarzt.

      Hinweise zu gesetzlich versicherten Patienten

      Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Maßnahmen sind gemäß § 28 Abs. 2 SGB V im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nicht enthalten und grundsätzlich privat mit dem Patienten zu vereinbaren und abzurechnen.

      Aus forensischen Gründen empfiehlt es sich allerdings, auch GK-Versicherten funktionsanalytische und funktionstherapeutische Maßnahmen grundsätzlich anzubieten. Ein Verzicht ohne dahingehende Beratung des Patienten könnte unter Umständen vor Gericht als Kunstfehler angesehen werden. Das gilt vor allem im Zusammenhang mit ZE-Behandlungen. Es ist nämlich auch Aufgabe des Arztes, den Patienten auf typische, wenn auch seltene Risiken hinzuweisen.

      Die Entscheidung darüber, ob er etwaige Gefahren für seine Gesundheit auf sich nehmen will, bzw. ob FAL-/FTL-Maßnahmen durchgeführt werden sollen oder nicht, steht aber grundsätzlich nur dem Patienten und nicht dem behandelnden Arzt zu.

      Entscheidet sich der Patient für funktionsanalytische/-therapeutische Leistungen, sollte dies schriftlich vereinbart werden. Die Aufstellung eines Heil- und Kostenplanes ist in diesem Fall auch für GKV-Patienten kostenpflichtig, da es sich um eindeutig außervertragliche Leistungen handelt.

    • BZÄK Kommentar

      Kommentar zur Leistungsbeschreibung

      Die Registrierung der Zentrallage des Unterkiefers dient der Feststellung der Lagebeziehung des Unterkiefers zum Oberkiefer. Diese Leistung kann sowohl bei der Analyse von Funktionsstörungen als auch im Zusammenhang mit der Planung und Durchführung von kieferorthopädischen, chirurgischen und restaurativen und/oder rekonstruktiven sowie Einschleiftherapien und anderen funktionstherapeutischen Behandlungen nötig werden. Die Registrierung kann mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt werden. Bei einer Registrierung wird in der Regel ein Kontrollregistrat erforderlich. Zusätzliche Hilfsmittel, die eine Registrierung ermöglichen, z. B. im zahntechnischen Labor hergestellte Registrierungsbehelfe, können Verwendung finden. Die Stützstiftregistrierung ist in der Leistungsbeschreibung beispielhaft genannt. Die Material- und Laborkosten können immer gesondert berechnet werden. Bei der Anwendung der Stützstiftregistrierung wird die Anbringung der Stützstiftplatten als Eigenlaborleistung berechnet. Sowohl das Einpassen als auch die ggf. notwendige Korrektur der Registriermaterialien und -hilfsmittel als auch das Registrieren selbst sind Teil der Leistung. Die dreidimensionale Vermessung der Kiefer- oder Kondylenposition ist nicht Bestandteil der Leistung und kann nach § 6 Abs. 1 berechnet werden. Diesbezügliche zahntechnische Leistungen, z. B. Einstellung des Artikulators, sind nach § 9 Abs. 1 GOZ berechenbar. Die Abrechnung erfolgt je Analysegang, aber höchstens zweimal je Sitzung. In nachfolgenden Sitzungen können gegebenenfalls erneute Registrierungen notwendig werden.

      Zusätzlicher Aufwand

      • Parafunktionen
      • Kiefergelenkdysfunktion
      • Erschlaffter Bandapparat
      • Stützzonenverlust
      • Unsichere Bisslage
      • Zugangsblockade
      • Starke Vorschädigung
      • Zahnlockerungen
      • Schwer fixierbare Registrierbehelfe
      • Mehr als zwei Registrate in einer Sitzung
      • u. v. m.

      Zusätzlich berechnungsfähige Leistungen

      • FAL/FTL GOZ 8000 ff.
      • Leistungen zu Aufbissbehelfen, Langzeitprovisorien GOZ 7000 ff.
      • Prothetische Leistungen GOZ 5000 ff.
      • Kronen/Inlays GOZ 2150, GOZ 2160, GOZ 2170, GOZ 2200 ff.
      • Kieferorthopädische Leistungen GOZ 6000 ff.
      • Kondylenpositionsanalyse § 6 Abs. 1 GOZ
      • u. v. m.
    • BMG Kommentar

      Begründung des BMG zum Entwurf der GOZ 2012 (Auszug)

      „Zu der Leistung nach der Nummer 8010:

      In die Leistung nach der Nummer 8100 wird auch die vergleichbar aufwendige Stützstiftregistrierung einbezogen. Darüber hinaus wird klargestellt, dass sich die Abrechnungsbestimmung mit der höchstens zweimaligen Berechnungsfähigkeit auf eine Sitzung bezieht. Die Material- und Laborkosten für die Bissnahme und die Lieferung und Anbringung des Stützstiftbestecks sind gesondert berechnungsfähig.”

  • Textbausteine
    • „8010-8100 nicht mit 2200-2220, 5000-5040 und 5200-5230 GOZ abgegolten"

      Ein ständig von kostenerstattenden Stellen wiederholtes Argument lautet, die funktionsanalytisch und funktionstherapeutisch indizierten Leistungen in einem Behandlungsfall seien mit gleichzeitigen restaurativen oder prothetischen Maßnahmen abgegolten. Diese Stellen kennen offensichtlich eine simple medizinische Tatsache nicht: Innerhalb eines „Behandlungsfalles“ können ggf. mehrere eigenständige und voneinander unabhängige „Krankheitsbilder“ zahnmedizinisch behandelt werden. Es ist schon eine recht eigenartige und schmalspurige Sichtweise der modernen Zahnmedizin, sie quasi als Behandlung des erkrankten Gebisses zu pauschalieren. Folgendes Beispiel mit den beiden Krankheitsbildern „fehlender Zahn“ und „traumatische Okklusion/Artikulation“ soll diese Aussagen verdeutlichen:

      Ein Zahn sei wegen chronischer Fehlbelastung völlig frakturiert und muss extrahiert werden. Es soll eine Brückenversorgung erfolgen mit Kronen auf den Nachbarzähnen und einem Brückenglied für den fehlenden Zahn. Es muss zur Absicherung der Diagnostik und zur störungsfreien Inkorporation der Brücke eine funktionsanalytische Untersuchung des Gebisses erfolgen und je nach Ergebnis auch eine Funktionstherapie. Nicht nur die „Kieferrelation“ als Bestimmung des normalen Zubisses im Zahnreihenschluss (Okklusion) ist in diesem Fall zahnmedizinisch erforderlich, sondern über die rein statischen Kieferbeziehung hinaus die Bestimmung der speziellen Mahlbewegungen. Diese setzen sich zusammen aus Vorschubbewegungen, Seitwärtsbewegungen und ggf. auch Rückwärtsbewegungen (zahnmedizinisch richtig: Gleitbewegungen aus der Zentrik). Diese Bewegungen der Kiefer zueinander werden fachlich mit „Artikulation“ bezeichnet.

      Die Bestimmung der „Kieferrelation“ ist verordnungsgemäß mit den Gebühren für die Brückenversorgung abgegolten. Nicht abgegolten ist die Bestimmung der Kieferbewegungen (Artikulation) und die Bestimmung der Zentrik (Gelenkbeziehung).

      Wenn notwendige funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen mit den Gebühren für die Brückenversorgung tatsächlich abgegolten wären, so würde die Brückenversorgung faktisch ohne Honorar bleiben!

    • „Nur zweimal berechenbar"

      In der GOZ 2012 wurde die Abrechnungsbestimmung grundlegend geändert. Hieß es bis 31.12.2011: "Registrieren der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers, je Registrat. Die Leistung nach 801 ist höchstens zweimal berechnungsfähig." So wurde diese Leistung in: "Registrieren der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers, auch Stützstiftregistrierung, je Registrat" geändert. Die Abrechnungsbestimmung gibt Aufschluss über die Berechnungshäufigkeit: "Die Leistung nach der Nummer 8010 ist - je Sitzung höchstens zweimal berechnungsfähig . Neben der Leistung nach der Nummer 8010 sind die Material- und Laborkosten für die Bissnahme und die Lieferung und Anbringung des Stützstiftbestecks gesondert berechnungsfähig."

      Mit der neuen GOZ 2012 wurde die Berechenbarkeit der GOZ 8010 auf zweimal je Sitzung beschränkt.

      Die Leistung umfasst nach der Kommentierung der Bundeszahnärztekammer die Registrierung der Zentrallage des Unterkiefers zur Feststellung der Lagebeziehung des Unterkiefers zum Oberkiefer. Diese Leistung kann sowohl bei der Analyse von Funktionsstörungen als auch im Zusammenhang mit der Planung und Durchführung von kieferorthopädischen, chirurgischen und restaurativen und/oder rekonstruktiven sowie Einschleiftherapien und anderen funktionstherapeutischen Behandlungen nötig werden. Die Abrechnung erfolgt je Analysegang, aber höchstens zweimal je Sitzung. In nachfolgenden Sitzungen können gegebenenfalls erneute Registrierungen notwendig werden.

      Es findet sich kein Ausschluss für die erneute Berechnung in einer weiteren Sitzung. In diesem Fall war in der zweiten Sitzung eine weitere Registrierung mit Kontrollregistrat notwendig. Die Leistung GOZ 8010 wurde erneut zweimal mit den verbrauchten Materialien berechnet.

      Die Behauptung der privaten Krankenversicherung, demnach diese Leistung pro Behandlungsfall zweimal berechenbar sei, findet in der Gebührenordnung keine Stütze. Auch kann es bei patientenbezogener Notwendigkeit der erneuten Registrierung ohne einen begründeten Zweifel keinesfalls als nichterstattungsfähig deklariert werden. Eine Erstattung sollte nach Tarif erfolgen.

    • „Virtuelle Abformung, Registrierung und Auswertung"

      Die funktionsanalytischen, funktionstherapeutischen Leistungen erfuhren in der GOZ 2012 keine großen Änderungen. Lediglich die mit den Honoraren abgegoltenen zahntechnischen Leistungen wurden gestrichen. Diese können seit 01.01.2012 nach § 9 GOZ als Auslagen berechnet werden.

      In dem vorliegenden Fall hilft es für die Berechnung nicht weiter. Hier wurde mittels optisch-elektronischer Abformung (4 x 0065) die Gebisssituation erfasst. Mit den erfassten Daten konnten virtuelle Modelle hergestellt werden. Die Registrierung und Auswertung der Situation erfolgten ebenfalls virtuell. Diese Art der Registrierung ist in der Gebührenordnung nicht beschrieben. Nach der von der Bundeszahnärztekammer veröffentlichten Analogliste können diese Leistungen analog nach § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden.

      Die Aussage, demnach Leistungen analog nur dann berechnet werden dürfen, wenn diese nach Inkrafttreten der Gebührenordnung zur Praxisreife entwickelt wurden, scheint ein Überbleibsel der alten GOZ zu sein. Hier sollten die Textbausteine der PKV entrümpelt und der neuen GOZ angepasst werden.

      In § 6 Abs.1 GOZ heißt es nämlich in der Zwischenzeit: "Selbstständige zahnärztliche Leistungen, die in das Gebührenverzeichnis nicht aufgenommen sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses dieser Verordnung berechnet werden."

      Eine pauschale Ablehnung, demnach diese Leistung nicht erstattungsfähig bzw. nicht berechnungsfähig sei, ist aus den aufgeführten Gründen nicht nachvollziehbar. Der Kostenerstatter bleibt auch eine Antwort schuldig, wie seiner Meinung nach diese Leistung so berechnet werden kann, dass diese erstattungsfähig wird. Gebührenrechtlich ist die Berechnungsweise korrekt. Eine Erstattung sollte nach Tarif erfolgen.

    • „nur bei Vorliegen einer ungesicherten Schlussbisslage und umfangreicher Gebisssanierung"

      Beihilfebestimmungen und Erstattungsrichtlinien sind nicht Bestandteil der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und auch nicht der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Von der Beihilfeverordnung (BVO) oder der privaten Krankenversicherung (PKV) eingeschränkte oder ausgeschlossene Leistungen werden nach der GOZ/GOÄ verordnungs- und rechtskonform dennoch berechnet,

      • wenn sie tatsächlich durchgeführt wurden,
      • notwendig gemäß § 1 Abs. 2 Satz 1 GOZ/GOÄ waren und
      • nicht Bestandteil oder eine besondere Ausführung gemäß § 4 Abs. 2 GOZ/GOÄ einer anderen bereits berechneten Leistung waren.
      1. Diese drei Bedingungen treffen auf den vorliegenden Behandlungsfall uneingeschränkt zu: Die Leistungen nach 8000–8100 GOZ wurden tatsächlich durchgeführt an den auf der Rechnung angeführten Behandlungsterminen. Die Leistungen waren zudem notwendig zur eigenständigen Diagnostik, Vorbeugung, Linderung und Behandlung einer Erkrankung, deren Diagnose
      • „Myoartropathie“ D „degenerative bzw. rheumatische Artropathle“
      • „Myogelose“
      • „akuter Myospasmus“
      • „traumatisierende Okklusion“
      • „traumatisierende Artikulation“
      • „Bruxismus“
      • „orodentale Habits mit hohem Krankheitswert“
      • „Dysfunktion des stomatognathen Systems“
      • „destruierende Zwangsführung“
      • „unkompensierte Dysgnathie“
      • „Costen-Syndrom“
      • „ ____ „ lautet (Zutreffendes ankreuzen, eventuell zusätzliche Gründe anführen).
      1. Mit den Einlagefüllungen, Kronen, Brücken, Prothesen, Provisorien in diesem Behandlungsfall wurde ein völlig eigenständiges Krankheitsbild behandelt, welches durch die – oder als Folge der – Zahnkrankheiten “Karies (Zahnfäule) und Parodontitis“ (Zahnbettentzündung) entstanden war. Es ist paradox, mit dem gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehbar und wissenschaftlich unhaltbar, wenn zwingend indizierte Leistungen nach 8010–8100 GOZ zur Behandlung eines „Krankheitsbildes des Kiefergelenk-Muskelsystems“ abgegolten sein sollen durch völlig andere Leistungen zur Behandlung völlig anderer, eigenständiger Erkrankungsfolgen, die als „Zahnzerstörung“ oder „Zahnverlust“ zu bezeichnen sind.

      Wenige Gerichte sind so tief in die Problematik eingedrungen, dass sie diese zahnmedizinisch offenkundigen Fakten erkannt haben, so bisher das LG Duisburg (24.6.1994, Az. 4 S 473/92), auch schließlich das AG Dinslaken (21.10.1992, Az. 9 C 51/92) und das AG Düsseldorf (30.8.1994, Az. 50 C 9377/90).


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Gericht: VG Hannover
Aktenzeichen: Az. 13 A 8004/13
Datum: 14.05.2014